Vortrag von Nicolas Dillmann, Gründer von lab25

Gestern Abend erlebte ich im Rahmen der RUMS-Veranstaltung „Rein in die Wirtschaft“, zu der Luca Radau in die Zentrale der SuperBioMarkt AG eingeladen hatte, einen informativen Vortrag von Nicolas Dillmann, Gründer von lab25. Dillmann räumte mit gängigen KI-Mythen auf und lieferte eine differenzierte Sicht auf diese Zukunftstechnologie.
Einleitend erinnerte Dillmann an Isaac Asimovs Robotergesetze, die eine ethische Grundlage für KI-Systeme skizzierten. Das zentrale Gebot: Ein Roboter darf dem Menschen keinen Schaden zufügen.
Mythos 1: Mehr Daten = bessere KI
Entgegen der Annahme führt eine größere Datenmenge nicht automatisch zu besserer KI-Performance. Dillmann erläuterte das Phänomen des „Model Collapse“ (Kreativität schwindet, Bilder werden monoton), das durch ungeeignete oder „vergiftete“ Trainingsdaten entstehen kann. Die Qualität der Daten ist wichtiger als die Quantität. Das Training von KI-Modellen erfordert hochwertige, menschlich erstellte Daten.
Mythos 2: Generative KI als Universallösung
Populäre GenAI-Tools wie ChatGPT – für viele ein Synonym für „KI“ – sind nicht für alle Aufgaben geeignet. Während sie bei Dialogen und der Erstellung von Inhalten brillieren, zeigen sie Schwächen bei Prognosen und komplexen Berechnungen. Dillmann betonte, dass es verschiedene Arten von KI für spezifische Anwendungsbereiche gibt. Es lohnt sich, einen differenzierten Blick auf die vielfältige KI-Landschaft zu entwickeln.
Mythos 3: KI ist nicht kreativ
Entgegen der Annahme, KI sei nicht kreativ, kann sie durch Mustererkennung und Rekombination innovative Ansätze entwickeln. Der Schlüssel liegt in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Dadurch verschiebt sich der kreative Fokus von reiner Generierung hin zur strategischen Fragestellung.
Mythos 4: KI wird Arbeitsplätze komplett ersetzen
Die Befürchtung, dass KI Arbeitsplätze komplett ersetzt, greift zu kurz. KI wird viele Jobs verändern, kann aber auch Lösungen für den Fachkräftemangel bieten sowie Menschen unterstützen. Dillmann betonte die Notwendigkeit von Anpassungsfähigkeit und Weiterbildung in einer sich verändernden Arbeitswelt.
Nicolas Dillmann gelang es, KI nicht als bedrohliches Konstrukt, sondern als intelligentes Werkzeug darzustellen und seinen Zukunftsoptimismus glaubhaft zu vermitteln. Mit seinem Unternehmen Lab25 identifiziert er in vielen Unternehmen konkrete Anwendungen für KI. Seine Erfahrung dabei: Sich auf kleine Teilaufgaben konzentrieren und nicht versuchen, „alles“ mit KI machen zu wollen. Gerade bei wiederkehrenden Routinetätigkeiten kann KI Mitarbeitende entlasten und Freiräume schaffen.
In der anschließenden Diskussion wurden Themen wie der Umgang mit ChatGPT, sinnvolle Einsatzfelder jenseits von „Wir müssen was mit KI machen“ und gesellschaftliche Auswirkungen vertieft.Die Veranstaltung lieferte wertvolle Denkanstöße zur Rolle von KI in unserer sich verändernden Arbeitswelt.